Geordnete Gedanken eines Publizisten

Der Publizist Roger Lesch schreibt ĂŒber sich und seine Publikationen:
Seit einigen Jahren verfolge ich das Geschehen in der Welt nicht mehr nur kopfschĂŒttelnd, ich schreibe meine Gedanken dazu oft auf – meist einfach nur, um sie zu ordnen und gewissermaßen los zu werden. Diese „Notizen” landen am Ende meist im Papierkorb oder dĂŒmpeln als kleine Textdateien auf dem Computer herum. Andere landen als BeitrĂ€ge in Blogs, den Internet-Foren von Spiegel-Online* (siehe unten), Welt oder anderen Medien. Das Problem dort ist hĂ€ufig, das einfach viel zu viele Menschen gleichzeitig und meist aneinander vorbei reden. Es ist leider kaum zu verhindern dass diese Medien auch als Sprachrohr von Extremisten, Verschwörungstheoretikern und Auftragsschreibern gewisser frei gewĂ€hlter Diktatoren genutzt werden, was sie leider zu Chaotischen Orten macht.
Betrachten Sie die BeitrĂ€ge also am besten als privates Tagebuch, das zufĂ€llig jemand irgendwo offen liegen gelassen hat. Sie können es ignorieren, es lesen und – wenn Sie es nicht vermeiden können – auch antworten. Also, viel Spaß beim kommentieren, korrigieren, polemisieren und kritisieren.

Es wird tatsĂ€chlich wĂ€rmer in Deutschland. Gewissermaßen „ofenwarm“, wenn schon „gut situierte“ BĂŒrger in Hamburg sich nicht entblöden, einen SUV-Fahrer zu innerer Einkehr in Schande zu nötigen, indem sie ihn auslachen, wĂ€hrend er von zu jedem Standrechtsurteil bereiten CO2-Findern niedergemacht wird. An was erinnert mich das nur? Ich glaube, die Gleichnisse lasse ich vorsichtshalber unausgesprochen. Es hĂ€tte ohnehin keinen Sinn, denn solche Parallelen sind unzulĂ€ssig. Zumindest hört man es so von seiten der Aktivisten. Heute kĂ€mpfe man schließlich fĂŒr einen höheren Zweck („Klimarettung“), wĂ€hrend damals natĂŒrlich allen klar gewesen sein musste, dass man fĂŒr einen verachtenswerten Zweck („Volksgesundheit“) Verbrechen beging. Was fragt da der weiße alte Mann? Ob sich diese EinschĂ€tzung nicht erst aus der kompressiven, wertverĂ€nderten Sicht spĂ€terer Generationen ergĂ€be? Ach was! Ende der Debatte! Forschung fertig! Matter settled! Schließlich sagen die Medien, die Parteien und die Klimaaktivisten alle dasselbe (was man frĂŒher Gleichschaltung nannte). Was kann da schon schiefgehen! Und wehe, es vergreift sich jemand argumentativ an den Frontfiguren der HysterieBewegung!

Auf die schwedische Klimaaktivistin T. zum Beispiel lĂ€sst der Spiegel nichts kommen, schließlich reiste man ihr mit großem Tross CO2-intensiv vier Wochen in Amerika hinterher, um jede ihrer Regungen zu protokollieren. Egal, was sie macht, es ist immer ein gutes, ein richtiges, ein ĂŒberfĂ€lliges Zeichen. Warum muss ich gerade an die hochgehaltene Sandale aus „Das Leben des Brian“ denken? Ich weiß auch nicht.

In einem larmoyanten Artikel befeuert der Spiegel unausrottbare Falschmeldungen der Vergangenheit, frei nach dem Motto: alte Fettflecke werden wieder wie neu, wenn man sie gelegentlich mit ein wenig Butter einreibt. Doch egal, wie beilĂ€ufig oder wie oft man das Gegenteil behauptet, die Antarktis hat derzeit per annum einen Nettogewinn an Eis, und Grönland taut dummerweise auch nicht so rasant ab, wie das viral gegangene Foto von Schlittenhunden uns weis machen will, die angeblich „durch Wasser statt auf Eis“ laufen mussten. Was hingegen kalbende Gletscher und das Eis der Arktis mit dem Meeresspiegel machen, ist jedem egal, der in Physik nicht KĂ€sekĂ€stchen gespielt oder schon mal einen Gin-Tonic getrunken hat. Aber wenn im Sommer mehrfach Klimaaktivisten im Packeis feststecken , die eigentlich unterwegs waren, den arktischen Hitzesommer zu dokumentieren, muss das einen Spiegeljournalisten oder die Tagesschau natĂŒrlich nicht kĂŒmmern. Sie wissen schon: Ereignis von lokalem Interesse und so.

Formulierungen des Weltklimarates aus dem Spiegel-Artikel wie „Anstieg des relativen Meeresspiegels“ oder „extreme Meeresspiegelereignisse“ lassen indes die Vorsicht erahnen, derer man sich mittlerweile bei den Formulierungen befleißigt. Gut so. Zu oft schon mussten alarmistische Vorhersagen in nachfolgenden Berichten kassiert oder relativiert werden. Auch unser „Kohlenstoff-Kontingent“ – eine der Lieblingsthesen Schellnhubers – ging, als es „aufgebraucht“ war, auf wundersame Weise in die VerlĂ€ngerung. Ab 2030 gibt’s dann vielleicht Elfmeterschießen. Leider werden gerade die vorsichtigen Relativierungen in den IPCC-Berichten nur zu gern ĂŒbersehen.

Dumme Kapitalisten, kluge Klimaaktivisten?

Der hĂ€mische Hinweis im Spiegel-Artikel, gerade große Player auf dem Immobilienmarkt wie Blackrock (Seitenhieb auf Friedrich Merz nicht vergessen, check!) sollten doch ein Interesse haben, den Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der GefĂ€hrdung von KĂŒstenstĂ€dten zu fĂŒrchten, fĂŒhrt uns in der Tat in eine interessante Richtung.

Wie „angemessen“ sind die Immobilienfinanzierer, Versicherer, Kunden und die Planer neuer schicker Strandvillen denn wirklich im Panikmodus, der uns allen von Aktivisten und Medienangstmachern verordnet wird? Und wenn nicht, warum nicht? Doch bei nĂ€herer Betrachtung sind viele der bekannten und gern zitierten „Meeresspiegelanstiege“ tatsĂ€chlich „nur“ KĂŒstenerosionen, die durch falsche, verantwortungslose oder dumme menschliche AktivitĂ€ten verursacht wurden.

Zum Beispiel versinkt Jakarta, weil man den Grundwasserspiegel durch exzessive Übernutzung des Wassers zu stark abgesenkt hat, nicht weil der Meeresspiegel steigt oder der Klimawandel Opfer fordert, wie es die FAZ darstellte. An manchen KĂŒstenabschnitten Floridas baute man schlicht zu weit in die DĂŒnen hinein und zerstörte dadurch den natĂŒrlichen Kreislauf des Materialtransports am Strand. An vielen Orten, gerade in der dritten Welt, sorgt der Raubbau am KĂŒstensand fĂŒr massive Erosionen und fĂŒr die Verschiebung ganzer KĂŒstenlinien inklusive im Meer versinkender HĂ€user und Straßen. Bis man das Knabbern der Nordsee an Sylt oder den Untergang von Rungholt im 13. Jahrhundert auch dem Klimawandel zuschiebt, ist es wohl nur eine Frage der Zeit.

Auch der angebliche Untergang der Hauptinsel Fidschis verdankt sich nicht dem Anstieg des Meeresspiegels, sondern vor allem dem Raubbau an der Seegurkenpopulation zum Zwecke des Delikatessenexports nach China und der verstĂ€rkten Erosion in Folge des Fehlens dieser „Sandverdichter“. Den anderen Fidschi-Inseln geht es dementsprechend besser, denn so fies und selektiv ist nicht einmal der Meeresspiegelanstieg, dass er eine Insel heimsucht, wĂ€hrend der die Nachbarinseln verschont. Dummheit, Korruption und Gier essen Insel auf, der Klimawandel zahlt die Rechnung. Schöne neue Welt.

Obama ein Opfer von CO2 und Klimawandel?

Doch was ist nun mit den großen Playern im ImmobiliengeschĂ€ft? Wie kommt es, dass es in Daytona Beach oder Palm City in Florida nicht an teuren Bauprojekten mangelt und die Immobilien in KĂŒstennĂ€he mit Preisaufschlag statt einem Meeresspiegelmalus versehen sind? Haben all diese Firmen die Gefahr nicht erkannt und laufen ahnungslos in ihr Verderben? Womöglich sind sie blind und von „Profitgier“ getrieben? Profite auf Treibsand?

Wirklich? Haben die keine Angst vor Klagen und RegressansprĂŒchen ihrer wohlhabenden Kunden, und wie kommt es, dass ausgerechnet Ex-PrĂ€sident und Greta-GhettofĂ€ustling Obama gerade erst fĂŒr 14 Millionen Dollar eine Strandvilla auf Marthas Vineyard kaufte, einer vorgelagerten Insel im Atlantik, die sandig ist und flach wie ein Omelett? Hat ihn wirklich niemand vom PIK, dem IPCC oder den Freitagskindern darĂŒber aufgeklĂ€rt, wie gefĂ€hrlich das schon morgen ist? Gibt Obama Millionen aus, um Klimaopfer zu werden? Oder glauben Obama, Blackrock, die Versicherungen und Immobilienfinanzierer daran, dass die Menschheit das mit dem Klima schon noch „in den Griff“ bekommen wird? Warum tun sie dann nichts dafĂŒr, ihre Investitionen zu sichern? Nicht einmal die Karikatur eines Kapitalisten, wie sie Marx zeichnete, handelt derart faktenfrei. Solche Kapitalisten gibt es offenbar nur in Groschenromanen, Picketty-SachbĂŒchern, linken Parteiprogrammen und Spiegel-Artikeln.

Einen „Plan B“ fĂŒr den Klimawandel scheint jedenfalls niemand zu haben. Oder glaubt womöglich auch schon in Wirklichkeit niemand an „Plan A“, weil es den gar nicht braucht? Denn wo soll die angestrebte Reduzierung des CO2-Ausstoßes denn herkommen, wenn jede eingesparte Tonne in den IndustrielĂ€ndern ersetzt wird durch zwei Tonnen, die in den Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern emittiert werden und dies 2015 vom Pariser Abkommen auch noch bekrĂ€ftigt wurde? Ein guter Teil des CO2, das weltweit in der Industrie „eingespart“ wurde, verdankt sich Standortverlagerungen nach Asien oder Osteuropa. Dasselbe gilt fĂŒr die deutsche Energieerzeugung, wo fĂŒr jeden Kraftwerksblock, der in JĂ€nschwalde abgeschaltet wird, im benachbarten Polen einer ans Netz geht (siehe auch die Kommentare unter dem verlinkten Artikel).

Wo wir gerade beim Thema JĂ€nschwalde, einem der (noch) grĂ¶ĂŸten Braunkohlekraftwerke Deutschlands sind: ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass dort neben der Erzeugung von CO2 (die Sueddeutsche meldete stolz: „...ab Mitternacht werden keine Emissionen mehr erzeugt“) in erster Linie Strom und auch eine Menge FernwĂ€rme erzeugt werden? Halb Cottbus hĂ€ngt in Sachen Heizung und Warmwasser an diesem Kraftwerk. Jede Blockabschaltung in JĂ€nschwalde verringert auch die verfĂŒgbare WĂ€rmemenge um ein Sechstel, nirgendwo inmitten der Jubelmeldungen ĂŒber Tagebaustilllegung und Kraftwerksabschaltungen konnte ich bisher lesen, wie die Einwohner der umliegenden Orte kĂŒnftig heizen sollen.

Die Aussicht, nach erfolgreicher „Dekarbonisierung“ der Lausitz vielleicht in einer umgesiedelten oder neu geschaffenen Bundesbehörde Arbeit zu finden – also ArbeitsplĂ€tze in der PrimĂ€rwirtschaft durch das Verheizen von Steuerkohle zu ersetzen –, mag wohl herzerwĂ€rmend wirken, klingt aber in meinen Ohren wie eine Ableitung einer fĂ€lschlicherweise Marie-Antoinette zugeschriebenen UnverschĂ€mtheit: Wenn sie keine Kohle haben, sollen sie eben mit Kuchen heizen!

Ausgerechnet jene, die den CO2-Erzeugern gern vorwerfen, die Folgen ihres Handelns nicht bedacht zu haben, versagen klĂ€glich beim Überblicken der Folgen ihrer eigenen Forderungen und Aktionen. Aber zurĂŒck zu den Strategien der Alarmisten und der „Leugner“. Nehmen wir fĂŒr einen Moment an, das anthropogene CO2 wĂ€re wirklich genau das Teufelszeug, fĂŒr das wir es halten sollen, und die Menschheit hat tatsĂ€chlich nur noch elf* Jahre Zeit, bis das Klima „kippt“ (wohin eigentlich?). MĂŒsste man dann nicht aktive Maßnahmen zur RĂŒckgewinnung aus der Luft treffen, solange die Menschheit technisch und energetisch (Kernenergie) noch die Kraft dazu hat? Warum verbringen die abzuschaltenden deutschen Kernkraftwerke nicht „die letzten elf Jahre der Menschheit” damit, die Arbeit von Muscheln, Schnecken und Korallen zu verrichten, indem sie CO2 aus der Luft in Kalkstein verwandeln? Zur Energiegewinnung zwecks Netzeinspeisung und Kanzlerinnenamt-Beleuchtung braucht man sie ja angeblich nicht mehr.

Ich rede wie gesagt von physikalischen und chemischen Maßnahmen, nicht von politischen Konferenzen, zu denen die Teilnehmer aus aller Welt mit Lear-Jets anreisen, um sich Standpauken von Teenagern anzuhören. Also eher PrĂ€mien fĂŒr jede aus der Luft geholte Tonne CO2 statt Geldverschiebung fĂŒr Nicht-Emission und De-Industrialisierung. MĂŒssten nicht eher alle Kohlekraftwerke so umgerĂŒstet werden, dass sie wie dieses in Tuticorin (Indien) neben Strom auch Backpulver, Glas und Waschmittel produzieren können und kein CO2 mehr in die Luft zu blasen, anstatt sie abzuschalten und aufwĂ€ndig wie in Deutschland als Reserve am Leben halten zu mĂŒssen, was Energie verbraucht, statt welche zu erzeugen?

Was wĂ€re falsch daran, diesen Weg zu propagieren, anstatt sich langfristig auf den Weg in die prĂ€-Industrielle Energieversorgung der Amish-People zu machen? Licht aus, Smartphone aus, Pferde angespannt und alle HĂ€nde wieder in die Ackerfurche? WĂ€ren sonst alle pseudoreligiösen Heilsversprechen einer technikbefreiten, unschuldigen, paradiesischen Welt in Gefahr? Dann doch lieber fĂŒr ein paar Kilogramm CO2 extra allen Demo-Teilnehmern den geĂ€nderten Versammlungsort per WhatsApp aufs iPhone geschickt. Ist ja fĂŒr eine gute Sache.

Ahnt oder weiß man vielleicht sogar, dass das anthropogene CO2 ĂŒberhaupt nicht in der Lage ist, all das zu vollbringen, was man ihm in den Open-Air-Freitagsgottesdiensten andichtet und nur eine ablenkende Piñata darstellt, die an einem ganz miesen Faden hĂ€ngt? Der Abbau von IndustriearbeitsplĂ€tzen ist jedenfalls eher eine Verlagerung in SchwellenlĂ€nder, ohne dass damit auch nur die geringste Einsparung von CO2 einher ging oder gehen wird. Selbst Transformationsprozesse wie „Energiewende“ und „Verkehrswende“ erzeugen bei ehrlicher Berechnung mehr CO2, als sie eigentlich einsparen sollten. Es ist, als hĂ€tte Deutschland beschlossen, aus GesundheitsgrĂŒnden mit dem Laufen anzufangen und dafĂŒr ein Laufband angeschafft. Der Strom dafĂŒr komme doch aus regenerativen Quellen, und Kritiker, die dazu raten, einfach in der Natur zu laufen, werden als Leugner und Ewiggestrige beschimpft und kaltgestellt.

Am Ende zahlen ausgerechnet diejenigen fĂŒr die „Große Transformation“, deren ArbeitsplĂ€tze gestrichen und verlagert werden, und deren Kinder und Enkel gehen dafĂŒr auch noch lautstark auf die Straße und brĂŒllen „mehr davon“ und „das geht zu langsam“. Worte, wie sie zwar in Berlin und Hamburg zu vernehmen sind, aber noch nie aus Neu-Delhi, Peking oder Hanoi, wohin die ArbeitsplĂ€tze fĂŒr einen Bruchteil gewerkschaftlich garantierter Löhne verschoben worden sind. Wir finanzieren also die Lernkurve „Marktwirtschaft“ in Asien und die Lernkurve fĂŒr den Umbau einer halbwegs funktionierenden deutschen Marktwirtschaft in einen Kommando-Ökologismus sozialistischer PrĂ€gung gleich mit. Sind wir tatsĂ€chlich ein so „reiches Land“, wie man uns solange eingeblĂ€ut hat, bis wir es selbst glaubten? Und kann Reichtum entstehen, wenn die ArbeitsplĂ€tze in einer Kohlegrube gegen Planstellen eines neugeschaffenen Bundesamtes fĂŒr Dies & Das getauscht werden?

Kann es sinnvoll sein, um die Ideen des Erfinders des Begriffes „Nachhaltigkeit“, von Carlowitz, aufzugreifen, alle produktiven BĂ€ume des Waldes gegen Förster auszutauschen? Ist es wirklich gleichgĂŒltig, ob Deutschland ein bedeutender Standort fĂŒr Maschinenbau und chemische Industrie oder fĂŒr Genderwissenschaften, Islamstudien oder NGO-Management ist? Man muss nur das wirtschaftliche Potenzial und den Grad an Freiheit und Gerechtigkeit zwischen entwickelten Industriestaaten und jenen vergleichen, deren „ökologischer Fußabdruck“ uns zur Nachahmung empfohlen wird, um festzustellen, wo Menschenrechte und die Freiheit auf dem RĂŒckzug sind oder die Schere zwischen Arm und Reich am grĂ¶ĂŸten ist. Schöne neue Welt.

Angst vor den eigenen Legenden?

Ob Stephen King sich beim Lesen eines seiner BĂŒcher angemessen gruseln kann, ist mir nicht bekannt. Privatim gruselt sich zum Beispiel Pfand-und-Eiskugel-Onkel Trittin nicht vor Starbucks-Wegwerfbechern (Netzfund). Aber in der absichtsvollen Veröffentlichung fĂŒrchten sich grĂŒne Aktivisten der ersten Stunde bereits angemessen vor den eigenen Orakeln.

„Sturm draußen. Noch vor ein paar Jahren war Sturm Sturm. Heutzutage beunruhigt er und treibt Fragen in den Kopf: Wie stark wird er heute werden? Wie wird es in Zukunft? Wie werden wir leben in einer Welt in der #Klimakrise? Wie leben unsere Kinder? Wir mĂŒssen umsteuern. Jetzt!“

Peter, die nach ihrer Zeit fĂŒr die GrĂŒnen im Bundestag die DrehtĂŒr in Richtung Lobbyverband Sonne & Wind durcheilte, man könnte sogar von Windeseile sprechen, hat also Angst vor starkem Wind.

Das wĂ€re lustig, ließe sich das mit Daten unterfĂŒttern. Was davon zu halten ist beantwortet Jörg Kachelmann hier kurz und bĂŒndig. Auch die langjĂ€hrige NOAA**-Statistik fĂŒr starke StĂŒrme, Hurrikane und Zyklone zeigt weder eine VerstĂ€rkung noch eine HĂ€ufung. Doch wir leben in Zeiten medialer Panik, in der jedes Tiefdruckgebiet Name, Hashtag und Brennpunkt erhĂ€lt, was zumindest die verĂ€nderte Wahrnehmung erklĂ€rte, wenn nicht der Klimawandel als Wettermacher viel zweckmĂ€ĂŸiger wĂ€re. Peter & Co. rennen nun schreiend durch die Straßen und rufen „wir werden alle sterben“. Nun, zumindest das ist sicherlich richtig.

Und Frau Peter kann „unsere Kinder“ damit trösten, spĂ€ter nicht das Kobalt (neudeutsch Kobold) oder Coltan fĂŒr Hersteller aus Singapur oder Taiwan aus dem Boden kratzen zu mĂŒssen, denn sowas gibt es nicht bei uns. Es werden vielmehr Kartoffeln und ZuckerrĂŒben sein. Mal sehen, wie lange die hier noch gut wachsen, wenn erst Diesel fĂŒr Landmaschinen, KunstdĂŒnger und Herbizide abgeschafft sind. Schöne neue Welt, in der Politiker den Kindern Angst vor dem dunklen Keller machen, indem sie ihnen Horrorgeschichten erzĂ€hlen, unter denen sie dann scheinbar selbst medienwirksam leiden.

Und nĂ€chsten Freitag, husch, husch, wieder alle brav zur öffentlichen Beichte gehen, Eltern, Nachbarn und SUV-Fahrer anschwĂ€rzen und Schilder hochhalten. Die Absolution erteilt dann Claus Kleber im Heute-Journal. „Follow the Science“ heißt es dann wieder. Aber natĂŒrlich den guten Wissenschaftlern, nicht diesen 500 (hier und hier) oder gar diesem hier.

Die Klimaindustrie und ihre Hinterzimmer

Spricht man am Rande der Klima-Demos mit Teilnehmern, ist man oft ĂŒberrascht von der inhaltlichen Ahnungslosigkeit und NaivitĂ€t. Haltung und Moral sitzen zwar perfekt, sind jedoch bis obenhin gefĂŒllt mit Phrasen, Übertreibungen oder gar absurden Ideen von der völligen Abschaffung des CO2. In gewisser Weise beneide ich die Teilnehmer. Denn wĂ€hrend ich den ganzen Tag mit Zweifeln und Bedenken kĂ€mpfe, ist ihr Tag angefĂŒllt mit Gewissheiten. Es geht eben nichts ĂŒber ein klares Feindbild. Nichts von all dem, was Vorredner und Einpeitscher ihnen vorgeben, stellen sie in Frage. Andererseits leben sie natĂŒrlich in der unbequemen „Gewissheit“, dass in elf Jahren die Welt untergehen wird, woran ich natĂŒrlich auch so meine Zweifel habe.

Das macht mir den Blick nach vorn angenehmer, lĂ€sst mich aber an der Gegenwart verzweifeln. Es ist natĂŒrlich sinnlos, sich mit den Demonstranten in ihrem Habitat, an Freitagen auf der Straße unter Schildern mit CO2-KillermolekĂŒlen und weinenden EisbĂ€ren inhaltlich auseinanderzusetzen. Die Kinder sind nur das lauteste Glied in einer ganzen Kette von Akteuren, und ihre Jugend ist ein perfekter Schutzschild gegen Kritik. Ein Blick hinter die Kulissen, dorthin, wo die Ängste der Kinder gezĂŒchtet werden, wo man ihnen den Weg frei macht und fĂŒr angemessene mediale Aufmerksamkeit sorgt, ist deshalb lohnender.

Die Anzahl der Interessenvertreter auf den Feldern Energiewende, Verkehrswende und Klimaalarmismus ist groß, die VerknĂŒpfungen sind zahlreich und teilweise unĂŒbersichtlich. Die NGOs, VerbĂ€nde, Vereine und Initiativen sorgen schon durch ihre Anzahl dafĂŒr, dass ihnen der grĂ¶ĂŸte Teil der Medienaufmerksamkeit gewiss ist. Zum Beispiel grĂŒndeten die European Climate Foundation (ECF) und die Mercator-Stiftung gemeinsam die „Agora Energiewende“. Die Mercator-Stiftung ist auch GrĂŒnder der European Climate Foundation selbst, ebenso wie der Rockefeller Brothers Fund. Die „schmutzigen“ Öl-Gelder fließen also keineswegs, wie gern behauptet, an die sogenannten „Leugner“, sondern in breiten Strömen in die Energiewendetöpfchen, aus denen sich dann Dritt- und Viertmittelverwerter bedienen.

Zu nennen sind hier Schwergewichte wie WWF, NABU, DUH (Deutsche Umwelthilfe), „Green Budget Germany“, die Klima-Allianz und viele mehr. Auch die Webseite „klimafakten.de“, von der noch die Rede sein wird, ist ein Kind der ECF. Es ist deshalb auch kaum verwunderlich, dass die Deutsche Umwelthilfe den von ihr gestifteten „Umweltmedienpreis 2017“ ausgerechnet an die Webseite klimafakten.de vergab. Man kennt sich, man zitiert sich, man steht wechselseitig im Impressum oder bei den Förderern, man finanziert sich, man hĂ€ngt sich gegenseitig Preise um den Hals. So bleibt alles hĂŒbsch in der Familienbubble. Clanwirtschaft mal anders.

Direkt und indirekt auch Steuergeld

Das ist natĂŒrlich alles nicht illegal, und wofĂŒr private Stiftungen wie Mercator und Rockefeller-Brothers ihr Geld ausgeben, ist deren Sache. Doch an vielen Stellen fließt direkt und indirekt auch Steuergeld in dieses beeindruckend dichte Netz, so dass der BĂŒrger nicht nur die fortwĂ€hrende Propaganda ertragen muss, sondern auch noch dafĂŒr zahlt. Nur ein Beispiel: Das Bundesumweltamt ist einer der Förderer des ICCT (international council on clean transportation), als einzige staatliche Organisation neben vielen Privaten.

Ein Blick in die Tiefen dieses Klima-Netzwerkes, etwa in die Liste der Klima-Allianz-Mitglieder, offenbart eine wichtige Strategie. Die schiere Masse an VerbĂ€nden, Lobbyorganisationen, Instituten, Stiftungen, Kirchen, karitativen Einrichtungen, IslamverbĂ€nden, Bewegungen und Gewerkschaften soll beeindrucken und ĂŒberwĂ€ltigen. Man muss fĂŒr die Recherche mĂŒhsam jeder Spur folgen und die AnknĂŒpfungspunkte aufzeigen. Gibt es VertrĂ€ge? BeitrittserklĂ€rungen? MitgliedsbeitrĂ€ge? Was verbindet zum Beispiel den Islamic Relief Deutschland e.V. tatsĂ€chlich mit dem Netzwerk BergbaugeschĂ€digter? Und gibt es in diesem Land noch Journalisten, die sich ausgerechnet mit diesen Netzen kritisch auseinandersetzen? In einem Themenumfeld, das geradezu sakrosankt ist?

Das alles wird man ohne viel Zeiteinsatz und die RĂŒckendeckung eines solventen Verlages nie herausfinden, und das soll man auch nicht. Denn hier ist eine sogenannte „hassle barrier“ aufgetĂŒrmt, die nur unter großem Aufwand ĂŒberwunden werden kann. Es ist einfach sehr zeitaufwĂ€ndig, all den VerĂ€stelungen und AbhĂ€ngigkeiten zu folgen, zumal viele davon im Nichts enden. Die Akteure begraben gewissermaßen die wichtigen Fakten unter einem Berg von Belanglosigkeiten. Als Kritiker soll man vor einer Wand stehen, die möglichst unĂŒberwindlich, allumfassend und mĂ€chtig erscheint. Eine Ă€ußerst erfolgreiche Strategie.

„Verbietet uns endlich irgend etwas“

Nun ist es in diesem Land kein Verbrechen, Geld fĂŒr politische Zwecke anzunehmen, solange es transparent zugeht. Dass die LobbyverbĂ€nde von Wind und Solar auf allen Ebenen in die Proteste involviert sind, kann deshalb kaum ĂŒberraschen. Es ist jedoch merkwĂŒrdig, dass den Kritikern der Klimahysterie oft vorgeworfen wird, nur bezahlte Provokateure der Kohle‑, Öl- und Gasindustrie zu sein, obwohl ganz offensichtlich das Gegenteil der Fall ist. WĂ€re es anders, hĂ€tten sich die „Leugner“ sicher lĂ€ngst eine vergleichbare MedienprĂ€senz zusammengetrommelt und wĂ€ren ein Ă€hnlich attraktiver Magnet fĂŒr angehende oder in den Verlagen entlassenen Journalisten wie jene, die als Referenten, Pressesprecher und Redakteure auf der Seite der Klimapanikmacher wieder auftauchen.

Mein Eindruck ist, dass sich in dem Maße, in dem sich die Redaktionen der Zeitungen leeren, die gut bezahlten Reihen der Klimaaktivisten-NGOs fĂŒllen. Wenn Sie also das nĂ€chste Mal einen Kommentar des Inhalts „Verbietet uns endlich irgend etwas“ sehen, liebe Leser, ist das vielleicht nicht nur Ausdruck einer lupenreinen Gesinnung des Kommentators. Sie könnten auch gerade Zeuge eines BewerbungsgesprĂ€chs geworden sein. So verheerend ich dies fĂŒr die Meinungsfreiheit in diesem Land halte, so verstĂ€ndlich ist es auf der persönlichen Ebene. Wer möchte schon gern recht behalten, wĂ€hrend man verhungert. Um die AnschlussbeschĂ€ftigung zahlreicher Entlassener in der Automobil- und Zuliefererindustrie ist es da schon deutlich schlechter bestellt.

Folgen wir im nĂ€chsten Schritt einigen Argumenten. Und zwar denen der Skeptiker. Mit deren am hĂ€ufigsten geĂ€ußerten befasst sich nĂ€mlich die Seite klimafakten.de, um diese möglichst grĂŒndlich und nachhaltig unter dem Geröll einer „hassle barrier“ zu begraben.

CO2 fĂŒhrt nicht zu mehr Pflanzenwachstum?

Argument 1: Die Erde wird immer grĂŒner.

Dem stellt klimafakten.de folgendes gegenĂŒber:

„Fakt ist: Ein DĂŒngeeffekt von CO2 aufs Pflanzenwachstum in der Landwirtschaft wird von negativen Auswirkungen der ErderwĂ€rmung mehr als wettgemacht.“

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass hier der Begriff „wettgemacht“ verwendet wird, ganz so, als sei hier ein RĂŒckstand aufzuholen gewesen oder ein Malus ausgeglichen worden. Das wĂ€re ja auch noch schöner, wenn man einen positiven Effekt einer leicht erhöhten CO2-Konzentration einfach so hinnehmen wĂŒrde. Vielen Aktivisten wird bereits diese Headline als Beweis genĂŒgen, fangen deren SĂ€tze doch auch gern mit „Fakt ist
“ an. FĂŒr ganz Bequeme haben die Seitenbetreiber gleich noch eine schicke Teilen-Funktion eingebaut. Einfach den gewĂŒnschten „Fakt“ als Text markieren und es ist nur noch ein Klick zu Twitter oder Facebook, um dort einen Klimaleugner zu erschlagen. Lasst Fakten sprechen! Im nĂ€chsten Satz des Artikels dann noch eine „wissenschaftliche BegrĂŒndung“:

„Ein höheres CO2-Angebot fĂŒhrt in den meisten FĂ€llen nicht zu mehr Wachstum, weil die Pflanzen wichtige NĂ€hrstoffe aus dem Boden beziehen (z.B. Phosphor) – und das Angebot dieser Stoffe nimmt ja nicht parallel zum Kohlendioxid zu (Ellsworth et al. 2017). Auch Wassermangel und ĂŒberhöhte Temperaturen können das Wachstum begrenzen.“

Der Satz ist ein Meisterwerk und lĂ€dt zum Verweilen ein. „In den meisten FĂ€llen“ relativiert, erklĂ€rt aber nichts. Höher als was? Höher als Null oder 300 ppm? 800 ppm? Man legt sich aber bei der QuantitĂ€t fest: Die meisten FĂ€lle (also Pflanzen) hĂ€tten davon nichts, weil es ihnen an NĂ€hrstoffen mangele, die Temperaturen höher werden und auch Wassermangel herrsche. Kurz: Die meisten Pflanzen profitierten nicht, sondern litten unter dem Klimawandel.

BestÀtigung des Gegenteils

Als „Beweis“ ist ein Paper von Ellsworth verlinkt, von dem wir leider nur das Abstract sehen können. Doch wer sich nicht blenden lĂ€sst und die „hassle barrier“ an dieser Stelle ĂŒberwindet, um die Aussage zu ĂŒberprĂŒfen, liest bei Ellsworth Erstaunliches:

„Steigendes atmosphĂ€risches CO2 stimuliert die Photosynthese und ProduktivitĂ€t der WĂ€lder und gleicht die CO2-Emissionen aus. Experimente mit erhöhtem CO2-Ausstoß in gemĂ€ĂŸigten WĂ€ldern ergaben in den ersten Jahren eine Steigerung der ProduktivitĂ€t um 23%. Ob eine Ă€hnliche CO2-Stimulierung in ausgewachsenen immergrĂŒnen LaubwĂ€ldern auf Böden mit niedrigem Phosphorgehalt auftritt, ist weitgehend unbekannt, da keine experimentellen Beweise vorliegen.“

Ellsworth und Kollegen untersuchten in einer großen Studie immergrĂŒne EukalyptuswĂ€lder, deren Photosynthese zwar um 19 Prozent zunahm, das Baumwachstum aber nicht.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass die VerfĂŒgbarkeit von Phosphor die CO2-gesteigerte ProduktivitĂ€t in WĂ€ldern mit P‑Begrenzung möglicherweise einschrĂ€nkt.“

WĂ€lder mit „P‑Begrenzung“ meint Pflanzen, die offenbar mehr Phosphor als andere, etwa boreale Pflanzen, brauchen. Aus dem Testobjekt Eukalyptus jedoch eine „Mehrheit“ zusammenzufiedeln, wie bei „klimafakten“ geschehen, ist schon ein starkes StĂŒck. Nichts dergleichen behauptet die Studie. Dort plĂ€diert man nur dafĂŒr, die unterschiedliche Phosphor-AbhĂ€ngigkeit der Pflanzen bei der AbschĂ€tzung kĂŒnftiger Kohlenstoffsenken (in diesem Fall WĂ€lder) zu berĂŒcksichtigen. FĂŒr die WĂ€lder in den gemĂ€ĂŸigten Zonen ist eine Steigerung der ProduktivitĂ€t bei erhöhter CO2-Zufuhr sogar unstrittig. Ellsworth bestĂ€tigt also das, was Klimafakten leugnet.

Pflanzen profitieren doch vom CO2

Das stĂ€rkere Pflanzenwachstum könnte man sich also durchaus zunutze machen, aber das zu betonen, wĂ€re nicht im Sinne des Klimazirkus‘, fĂŒr den CO2 der Feind schlechthin bleiben muss. Übrigens: Photosynthese gibt es in vielen verschiedenen Formen. Jede Pflanze arbeitet ein wenig anders. Bei Nutzpflanzen am verbreitetsten sind die sogenannten C3- (die meisten unserer Getreide, GrĂ€ser und so weiter) und C4-Pflanzen (Mais, Zuckerrohr, Hirse). Die Bezeichnungen C3 und C4 leiten sich ĂŒbrigens aus der Anzahl der Kohlenstoff-Atome im MolekĂŒl des ersten stabilen Zwischenergebnisses der Photosynthese ab. Über C4-Pflanzen schreibt Wikipedia diesen vielsagenden Satz:

„Die Evolution des C4-Stoffwechsels ist eine biochemische Anpassung auf die sinkende CO2-Konzentration der AtmosphĂ€re.“

Besonders C3-Pflanzen profitieren demnach sehr von einer leicht erhöhten CO2-Konzentration. Schaut man sich die Karte mit den VegetationszuwĂ€chsen an, fĂ€llt neben Indien und China – wo jeweils große Wiederaufforstungen im Gange sind – besonders die Randlage der WĂŒsten durch Zugewinne auf. Die an Trockenheit angepassten Pflanzen dort profitieren auf andere Weise vom CO2-Überschuss, indem sie die Blattspalten fĂŒr den Gasaustausch nĂ€mlich nicht so oft öffnen mĂŒssen, um CO2 herein und O2 hinaus zu lassen. Dadurch verringert sich auch der Wasserverlust, was in heißen, trockenen Umgebungen entscheidend sein kann.

Unter dem Strich gibt es also sehr wohl einen positiven Effekt höherer CO2-Konzentrationen auf Pflanzen, ganz gleich, wie sehr man sich auch bemĂŒht, ihn fĂŒr irrelevant zu erklĂ€ren. Der Effekt mag durch einen Mangel an Wasser und Phosphor begrenzt sein, er ist aber immer vorhanden. Und Phosphor und Wasser, liebe Klimafaktis, kann man sogar noch dazugeben, damit so richtig die Post abgeht.

Die BĂ€ren folgen den Robben, nicht dem Eis

Argument 2: Die Zahl der EisbÀren nimmt trotz Klimawandel zu.

Dem stellt klimafakten.de folgendes gegenĂŒber: „Fakt ist: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen von EisbĂ€ren – wie auch etliche andere Tierarten können sie sich nicht einfach auf ein verĂ€ndertes Klima einstellen.“

Eine Nicht-Antwort, denn ĂŒber die tatsĂ€chliche Anzahl der EisbĂ€ren wird nichts mitgeteilt. Im weiteren Verlauf des Artikels hat man einige MĂŒhe, die Beantwortung der Eingangsfrage zu umschiffen. Der Clou ist die Aussage, bei den meisten Teilpopulationen wisse man schlicht nicht genug ĂŒber die BestĂ€nde, weil man frĂŒher nur unzureichend gezĂ€hlt habe. Doch wie will man wissen, dass die Zahl der EisbĂ€ren abnimmt, wenn man angeblich keine ausreichenden Daten ĂŒber sie hat?

„Die exakte Zahl der EisbĂ€ren, die in der arktischen Wildnis leben, ist nicht bekannt. Aber es gibt klare Belege dafĂŒr, dass schon heute der Klimawandel die Gesundheit der BestĂ€nde beeintrĂ€chtigt.“

Gesundheitliche BeeintrĂ€chtigung statt EisbĂ€rensterben, das soll es also sein? Die BestĂ€nde erholen sich vor allem, weil sie nicht mehr bejagt werden und weil auch die BestĂ€nde ihrer Hauptnahrungsquelle, der Robben, sich durch Schutzmaßnahmen erholt haben. Die BĂ€ren folgen den Robben, nicht dem Eis. Auch in diesem klimafakten-Artikel wurden, um eine klare Antwort zu vermeiden, Studien, Fachbegriffe und Links zu einer „hassle barrier“ aus Packeis aufgetĂŒrmt, nur um einen Fakt nicht bestĂ€tigen zu mĂŒssen: Dem EisbĂ€ren geht es im Großen und Ganzen gut. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, die man jedoch so nicht gelten lassen will, weil sie den „Leugnern“ in die Karten spielen könnte. Um die Panik aufrecht und die Kassen der Regierungen offen zu halten, darf es einfach keine positive Meldungen aus der Natur geben.

Ein Temperatur-Optimum gibt es nicht

Es ist oft nicht einfach, auf klimafakten.de unter Bergen von respektablen, aber zweckentfremdeten und falsch interpretierten wissenschaftlichen Arbeiten und zweifellos richtigen Aussagen die absichtsvolle Verdrehung zu entdecken. Plumpe LĂŒgen vermeidet man, von Propaganda im Dienst an der vermeintlich guten Sache jedoch kann man die Finger nicht lassen. Die errichtete „hassle barrier“ soll dem Leser sagen, dass seine Suche nach Antworten bei klimafakten.de enden soll. Grabe nicht weiter, Netzwanderer, denn hier findest du alles, was du je gesucht hast. Dass es sich jedoch nicht um eine unabhĂ€ngige wissenschaftliche Plattform, sondern um ein politisches Projekt mit Agenda handelt, sollte man beim Lesen nie vergessen. Wo Klimafakten drauf steht, sind Klimabehauptungen drin.

Wie oben bereits erwĂ€hnt, ging es um die Frage, warum man das „Problem“ CO2 nicht direkt angeht. Dazu brĂ€uchte man die technologische Kraft der Industriestaaten und könnte darauf verzichten, die Dritte Welt an der eigenen Entwicklung zu hindern. Doch das geschieht nicht. Stattdessen zerschlagen wir die FĂ€higkeiten der Industriestaaten und nehmen die Möglichkeit, uns durch Anpassung an verĂ€nderte klimatische Bedingungen zu helfen, völlig aus dem Blick. Kein Plan „B“.

Zu den global ablaufenden Prozessen, von denen wir die meisten bisher nur unzureichend verstehen, gehören auch die seit der letzten Eiszeit steigenden Pegel (im Millimeter-Pro-Jahr-Bereich) und Phasen der globalen ErwĂ€rmung und AbkĂŒhlung. Nicht nur ich halte das fĂŒr natĂŒrliche Prozesse, auf die der Mensch nur sehr wenig Einfluss hat. Es war schon deutlich wĂ€rmer und auch deutlich kĂ€lter in der Vergangenheit. So etwas wie ein Optimum fĂŒr die globale Durchschnittstemperatur gibt es nicht. Es zeugt von GrĂ¶ĂŸenwahn, zu glauben, das Klima habe gefĂ€lligst an einem stabilen Idealzustand, den eine Handvoll Menschen definiert, Halt zu machen.

Nie wieder weiße Weihnachten erleben

Der Schriftsteller Friedrich Sieburg sagte (bezogen auf die Französische Revolution, passt aber auch hier), der Mensch kann im bescheidensten Zustand, aber nicht in der hochtrabendsten Bewegung leben und glĂŒcklich sein. Die im Zeitmaßstab relativ neue Erkenntnis, dass es neben Wetter auch so etwas wie Klima gibt und dass sich auch dieses Ă€ndern kann, findet die Menschheit offenbar unertrĂ€glich. Schmelzende Gletscher, laue Winter, heiße Sommer 
 UnwillkĂŒrlich projiziert der Verstand solche Ereignisse in die Zukunft, wo sie scheinbar immer schlimmer und schlimmer werden.

Drei Tage im Juli ĂŒber 30°C, und der verunsicherte Deutsche glaubt, er werde nie wieder weiße Weihnachten erleben. Doch wenn die zurĂŒckweichenden Gletscher in den Alpen BaumstĂŒmpfe freigeben, die, noch in der Erde steckend, zu einst hundertjĂ€hrigen BĂ€umen gehörten, kann das Abschmelzen der Gletscher dann zwingend menschliche Ursachen haben? Doch statt mit VerĂ€nderungen zu leben, trĂ€umen wir von einer Art allmĂ€chtigem Geo-Engineering, um das Klima auf einen fĂŒr uns genehmen konstanten Wert einzustellen. Dass wir dies zukĂŒnftig wohl nur mittels Holzlöffel und WĂŒnschelrute tun können, weil wir gleichzeitig unsere industriellen FĂ€higkeiten verteufeln und vernichten, blenden wir aus.

Und die EisbĂ€ren? Die hatten GlĂŒck, dass der Mensch aufgrund seiner technologischen Entwicklung seit einigen Jahrzehnten in der Lage ist, sich mit den Folgen des bedenkenlosen Raubbaus an der Natur auseinanderzusetzen und diese zu vermeiden. Der EisbĂ€r ist kein Nahrungskonkurrent und kein gefĂ€hrlicher Nachbar mehr, er genießt den Schutz des Menschen. Das hat seinen BestĂ€nden offenbar gut getan. Technologie ist nicht der Feind der Natur, sondern deren Retter – sofern die Technologie wirklich existiert und nicht durch politische BeschlĂŒsse herbeigeredet wird. Dass es heute zum Beispiel noch Wale gibt, verdankt sich der Entdeckung der Anwendungsmöglichkeiten und der industriellen Förderung von Erdöl. Andernfalls wĂ€ren sie schon vor der GrĂŒndung von Greenpeace zur Gewinnung von Lampenöl, Schmierstoffen und „Fischbein” ausgerottet worden.

* T. aus S. sprach auf der COP24 in Kattowitz von uns verbleibenden zwölf Jahren bis zur Apokalypse. Das ist nun fast ein Jahr her. Bleiben ĂŒber den Daumen noch elf Jahre und acht Freitagsdemos.

** NOAA: National Oceanic and Atmospheric Administration. Die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten.

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